
Infratest Burke Rechtsforschung
AN NFO WORLDWIDE
DIVISION
MediaFocus
Verwechslungsgefahr
mit dem
"FOCUS"-Magazin
hinsichtlich der
betrieblichen Herkunft?
Februar 2001
09.85.21576
Gutachten
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VALUE WORLDWIDE FROM RESEARCH AND CONSULTING
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Infratest Burke
Rechtsforschung
I n h a l t
Seite
1 Vorbemerkung 1
2. Kommentar 3
3. Tabellarische Darstellung der Ergebnisse Tabelle
3.1 Bekanntheit (Frage
1) 1
3.2 Hersteller-Hinweis? (Frage
2) 2
3.3 Welches Unternehmen? (Frage
3) 2
3.4 Warum FOCUS? (Frage
4) 3
3.5 Wenn kein Hinweis auf einen Hersteller:
MediaFocus mit anderem Unternehmen
verbunden? (Frage
5) 4
3.6 Wenn "Ja": Mit weichem Unternehmen? (Frage 6) 4
3.7 Warum mit FOCUS? (Frage
7) 5
3.8 Wenn "Kann sein": Mit weichem Unternehmen? (Frage 6) 6
3.9 Warum mit FOCUS? (Frage7) 7
3.10 FOCUS als Nachrichten Magazin bekannt? (Frage 9) 8
3.11 Wenn "Ja": MediaFocus mit FOCUS-Verlag
verbunden? (Frage
10) 8
3.12 Wenn "Ja": Warum? (Frage
11 ) 9
3.13 Wenn "Kann sein": Warum? (Frage 11) 10
3.14 Verkehrskreis: PC-Nutzer? (Frage
12) 11
3.15 Soziodemographische Zusammensetzung
der Stichprobe (Geschlecht, Alter, Land) (Statistik) 12
4. Anhang
4.1 Fragebogen (Auszug "MediaFocus")
4.2 Beschreibung des Auswahlverfahrens
4.3 Ausschöpfung der Gesamt-Stichprobe
4.4 Fehlertoleranztabelle
Infratest Burke Rechtsforschung
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1. Vorbemerkung
1.1 Auftraggeber
Das vorliegende
Gutachten enthält die tabellarischen Ergebnisse und den Kommentar zu einer
Untersuchung die im Auftrag des FOCUS
Magazin Verlages, München, durchgeführt wurde.
1.2 Aufgabenstellung
Zu untersuchen war, ob von PC‑Karten, die unter der Bezeichnung
"MediaFocus"
hergestellt oder
vertrieben werden, eine mittelbare Verwechslungsgefahr ausgeht bezüglich der
betrieblichen Herkunft aus dem Verlag des "FOCUS"-Magazins und ob
Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne besteht, also die Erwartung, es handele
sich zwar um unterschiedliche Unternehmen, aber um solche, die ‑ wegen
der gleichlautenden Verwendung von "Focus" ‑ wirtschaftlich,
finanziell oder organisatorisch miteinander verbunden sind, z. B. durch eine
Lizenz für das Wort "Focus".
Als zu
befragender Verkehrskreis galten Personen, die beruflich und/oder privat einen
Personal‑Computer (PC) nutzen.
1.3 Methodische Anlage
Im Rahmen einer
computergestützten telefonischen Mehrthemen-Untersuchung, die keine
konkurrierenden oder sonst beeinflussenden Themen enthielt, wurden 1.189 PC‑Nutzer
befragt, die einen repräsentativen Querschnitt dieses Verkehrskreises
darstellen.
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2
Einzelheiten zum
Auswahlverfahren und zur Ausschöpfung der Gesamtstichprobe sind im Anhang
beschrieben. Dort befindet sich auch der "MediaFocus" betreffende
Auszug aus dem Fragebogen.
1.4 Durchführung
Die Interviews wurden in der Zeit vom 8.2. bis 22.2.2001 von den Infratel-Telefonstudios aus unter Aufsicht von Supervisoren durchgeführt.
München, März 2001 Infratest
Burke
Rechtsforschung
....................................
Helmut
Quitt
Infratest Burke Rechtsforschung
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2. Kommentar und tabellarische
Gesamtübersicht
In
den nachfolgend behandelten Ergebnissen sind die Fehlvorstellungen in Richtung des
FOCUS-Magazins bzw. Verlags bereits um Angaben jener Personen bereinigt, die
als "Begründung" angegeben hatten, "geraten" zu haben. Die
verifizierten Angaben sind in der "tabellarischen Gesamtübersicht" am
Schluß des Kommentars enthalten; die Einzelergebnisse in den Tabellen
beschreiben - dem Ablauf der Interviews entsprechend - den Weg dorthin.
2.1
Mittelbare Verwechslungsgefahr
Der
Bezeichnung als solcher entnehmen zunächst nur 6,3 % etwas über das Unternehmen
(Frage 2, Tabelle 2); aber schon dabei überwiegen die Fehlvorstellungen: 2,7 %
erwarten die Zeitschrift bzw. den Verlag FOCUS, nur 1,5 % machten Angaben, die
man im weitesten Sinne als richtig bezeichnen kann (Frage 3, Tabelle 2).
2.2
Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne
Daß
der Bezeichnung "MediaFocus" vielfach nichts über das verwendende
Unternehmen entnommen wird, hindert nicht, eine Verbindung zu einem anderen
Unternehmen zu erwarten: 18,8 % tun dies ohne Einschränkung, weitere 24,1 %
halten es für möglich (Frage 5, Tabelle 4). Dabei denkt der Verkehr wiederum in
erster Linie an die Zeitschrift / den Verlag FOCUS und zwar 6,1 %
uneingeschränkt (Frage 6, Tabelle 4) und weitere 9,1 % unter dem Vorbehalt
"kann sein" (Frage 6, Tabelle 6).
Die
Begründungen, die die Befragten dafür lieferten, erscheinen aus deren Sicht naheliegend:
Auslöser ist das Wort bzw. der Wortbestandtell "Focus' , zum Teil verbunden
mit der spezifischen Erwartung daß der FOCUS‑Verlag nunmehr auch auf diesem
Gebiet tätig ist (Frage 7 in den Tabellen 5 und 7).
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Die Begründungs‑Frage eröffnete ‑ wie eingangs dargelegt ‑ außerdem die Möglichkeit, die auf FOCUS bezogenen Fehlvorstellungen um vereinzelt aufgetretene Rate‑Effekte zu bereinigen und so zu der nachfolgenden "Tabellarischen Gesamtübersicht" zu gelangen.
Alle bisher behandelten
Verwechslungen bezüglich der betrieblichen Herkunft basieren auf ungestützt
erhobenen Angaben der Befragten, d.h. ohne daß seitens der Interviewer von der
Zeitschrift oder vom Verlag JOCUS' die Rede war.
Erst danach wurde bei
denjenigen, die sich bisher nicht in diesem Sinne geäußert hatten, erfragt, ob
die Zeitschrift FOCUS bekannt sei und ‑ wenn ja ‑ ob man davon
ausgehe, daß das Unternehmen, das PC‑Karten mit der Bezeichnung
"MediaFocus" herstellt oder vertreibt, mit dem Verlag des Nachrichten‑Magazins
"FOCUS" in irgendeiner Form verbunden ist. Dies wurde von 10,0 %
ohne Einschränkung bejaht und von weiteren 20,7 % für möglich gehalten (Frage
10, Tabelle 8) und zwar aus denselben Gründen, die zuvor (von anderen
Befragten) bereits genannt worden waren (Frage 11 in den Tabellen 9 und 10).
Auch hier diente die Begründungsfrage u.a. dazu, die relevanten Ergebnisse um
Rate‑Effekte zu bereinigen.
2.3 Bekanntheit des
Nachrichten‑Magazins"FOCUS"
Aus dem Ablauf des
Interviews ergibt sich auch der Bekanntheitsgrad des FOCUSMagazins im hier
untersuchten Verkehrkreis. Er setzt sich zusammen aus den spontanen FOCUS‑Assoziationen
(18,9 %, Frage 3 + 6) und der Bekanntheits‑Frage 9 (79,4 %), beträgt also
insgesamt 98,3 %. Er liegt damit noch über dem aus der Gesamtbevölkerung
bekannten Wert.
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2.4 Fazit
Die Summe aller Fehlvorstellungen zur betrieblichen
Herkunft beträgt laut der auf der nächsten Seite folgenden tabellarischen
Gesamtübersicht
18,8 % eindeutig und
steigt auf
48,6 % insgesamt,
wenn man die (in der
Tabelle) als "vage" bezeichneten Äußerungen (29,8 % "könnte sein
/ halte ich für möglich" mit einbezieht.
Die gesonderte Erfassung
und Darstellung der "vagen" Fehlvorstellungen unterstreicht
gleichzeitig die Relevanz der ‑ im Gegensatz dazu ‑ als
"eindeutig" zu bezeichnenden.

Infratest Burke Rechtsforschung
3. Tabellarische Darstellung der Ergebnisse












Infratest Burke Rechtsforschung
4. Anhang



Infratest Burke Rechtsforschung
4.2 Beschreibung des Auswahlverfahrens (InfraScope)
4.2.1 Grundgesamtheit und Stichprobenanlage
Grundgesamtheit der Untersuchung waren alle in Privathaushalten lebenden deutschsprachigen Personen ab 14 Jahren. Die Auswahlgrundlage wurde aus den Privathaushalten mit Telefon gebildet.
Die Untersuchung
wurde in unserem Standard-System für Telefonbefragungen "InfraScope"
durchgeführt. Dieses Befragungssystem kombiniert das computergestützte
Interview mit computergestützter Adressenauswahl. InfraScope basiert auf dem
Infratest-Telefonhaushalts-Master-Sample (ITMS), das eigens für derartige
Untersuchungen aufgebaut wurde und zu verzerrungsfreien Stichproben
(insbesondere weitgehende Vermeidung des not-at-home bias) ohne Klumpeneffekte
führt.
ITMS-West: Das ITMS‑West
ist so differenziert geschichtet, daß jede
Gemeinde ab 5.000 Einwohnern in der Stichprobe vertreten ist und eine eigene Schicht bildet, in der
durch eine systematische Zufallsauswahl Telefonhaushalte proportional zur Zahl
aller Privathaushalte in der Gemeinde ausgewählt werden. Somit erfolgt für 85 %
der Auswahleinheiten eine einstufige Auswahl
der Zielhaushalte. Lediglich bei den Gemeinden unter 5.000 Einwohnern, in denen
nur etwa 15 % der Wohnbevölkerung leben, wird aus Gründen der
Forschungsökonomie eine mehrfach geschichtete ("multistratifizierte")
Stichprobe von Gemeinden (mit Auswahl‑Wahrscheinlichkeiten proportional
zur Zahl der Privathaushalte) gezogen, und daraus werden in der zweiten
Auswahlstufe die Zielhaushalte ausgewählt. In jedem Fall erfolgt die Auswahl
repräsentativ für die betreffende Gemeinde,
auch wenn in einem
Infratest Burke Rechtsforschung
Ortsnetz mehrere
Gemeinden enthalten sind bzw. wenn die Gemeinde sich auf mehrere Ortsnetze
aufteilt.
o Das
ITMS‑West ist also eine Haushalts‑Stichprobe, die im wesentlichen
einstufig gezogen wird und somit praktisch kaum Stufungseffekte aufweist.
o Die Zufallsauswahl innerhalb der Gemeinden erfolgt ungeklumpt; somit handelt es sich um eine Stichprobe ohne Klumpeneffekte.
o Die Schichtung
geht bei den Gemeinden ab 5.000 Einwohnern bis auf Gemeindeebene (in größeren
Gemeinden auf Stadtteile), bei den Gemeinden unter 5.000 Einwohnern nach
Landkreis und Gemeindetyp nach BIK. Diese Qualität kann man nur durch einen
eigenen Begriff beschreiben: wir bezeichnen sie als
"Mikrostratifikation".
ITMS‑Ost: Aus haushaltsrepräsentativen Befragungen ist bekannt, daß die
Telefondichte in den neuen Ländern bei über 80% liegt (Stand Ende 1996).
Dieser Wert
erfordert immer noch zusätzliche stichprobenmethodische Anstrengungen, um in
Telefonbefragungen zu repräsentativen Ergebnissen für alle Haushalte zu
gelangen. Die Grundlage der Stichprobenbildung ist die Tatsache, daß die
Verteilung der privaten Telefonanschlüsse im wesentlichen durch das technische
und organisatorische Vorgehen der Telekom entsteht. Hierbei erfolgt eine
sukzessive, im wesentlichen von den örtlichen Gegebenheiten abhängige
Flächendeckung. Man kann deshalb davon ausgehen, daß regionale Unterschiede der
Telefondichte fast ausschließlich einen technischen Hintergrund haben, die
Haushalte in Flächen mit hoher Telefondichte also überwiegend nicht aus
02
Infratest Burke Rechtsforschung
sozioökonomischen,
Verhaltens‑ oder Meinungsgründen Telefon haben.
Bei der Auswahl der
Telefonhaushalte wird wie folgt vorgegangen:
in einem ersten Schritt wird für jeden Wahlbezirk die Telefondichte bestimmt, indem die Einträge der amtlichen Telefonverzeichnisse mit dem Strassenverzeichnis abgeglichen werden.
Die Wahlbezirke
werden dann regional nach Bundesland, Regierungsbezirk, Stadt‑/Landkreisen
und BIK‑Gemeindetypen geschichtet. In Berlin, Rostock, Magdeburg, Halle,
Erfurt, Dresden, Leipzig und Chemnitz wird zusätzlich eine Schichtung nach
Stadtteilen vorgenommen. Anschließend wird eine Allokationsrechnung
durchgeführt. Basis der Allokation sind alle Haushalte im Wahlbezirk.
Proportional zu diesem Bedeutungsgewicht werden 5.000 Sample‑points auf
das Schichtungstableau verteilt. Dadurch ist die Anzahl der Sample‑points
pro Schicht festgelegt.
Pro Schicht
werden jeweils die Wahlbezirke mit der höchsten Telefondichte ausgewählt. Aus
diesen Wahlbezirken werden dann mit systematischer Zufallsauswahl die privaten
Telefonnummern für das ITMS‑Ost bereitgestellt.
Auf diese Weise
ergibt sich für die im ITMS‑Ost realisierte Auswahl von Telefonnummern
eine Telefondichte von über 95%.1
Das ITMS besteht
also aus einer mikrostratifizierten, weitgehend ungeklumpten Stichprobe, die
sich proportional zur Zahl der Privathaushalte auf die Mikrozellen auft.ellt.
Damit werden regionale und örtliche Unterschiede in der Telefondichte
_____________________________________
1) Insoweit ist die für die Umfrage genutzte
Telefondichte noch höher als im Vorwort angegeben. Die genutzte Telefondichte
in Gesamtdeutschland liegt damit über 95 %.
03
Infratest Burke Rechtsforschung
der Haushalte
ausgeglichen. Jede aus dem ITMS gezogene multistratifizierte Unter‑Stichprobe
von weniger als 3.000 Fällen kann zusätzlich generell als einstufige
Zufallstichprobe von Telefonhaushalten aufgefaßt werden, da dann in den
kleineren Gemeinden höchstens ein Haushalt ausgewählt wird und somit die beiden
Auswahlstufen theoretisch als eine aufgefaßt werden können. Die
Multistratifikation und Aufteilung der Stichprobe auf die Zellen erfolgt
vollautomatisch über ein Allokationsprogramm.
Innerhalb jeder
Zelle sind die Datensätze der Telefonhaushalte nach Zufallszahlen sortiert.
Somit bildet jede Zelle eine Urne im klassischen Sinne. Nicht erreichte
Haushalte werden "zurückgelegt" und kommen in größerem zeitlichen
Abstand zu anderen Tageszeiten zur "Wiedervorlage". Die an einem
bestimmten Tag nicht erreichten Haushalte werden durch solche substituiert, die
an anderen Tagen nicht erreicht werden. Damit entfällt der sogenannte "not‑athome‑bias"
weitgehend (nur Haushalte, die auch nach dem 6. Kontakt nicht angetroffen
werden, werden ausgesteuert). Bei allen anderen telefonischen oder persönlichen
Umfragetechniken haben die Ausfälle durch Nichtantreffbarkeit einen
beträchtlichen Anteil an den gesamten "nicht‑neutralen"
Ausfällen.
Das ITMS ist als
EDV‑Datei für EDV‑gestützte zentrale Telefonumfragen konzipiert.
Die Aussteuerung der Stichprobe nach den Zellen der Multistratifikationsmatrix
erfolgt dabei unmittelbar und unabhängig durch das Steuerungsprogramm. Es ist
somit gewährleistet, daß in jeder Zelle die erforderliche Zahl von Interviews
durchgeführt wird. Von diesem Programm wird auch die bei dieser Untersuchung
notwendige Gleichverteilung der Interviews auf die Befragungstage gesteuert.
Um mögliche Einflüsse der Tageszeit auf Untersuchungsergebnisse von vorneherein auszuschalten, wird die Stichprobe nach einem Verfahren der "dynamischen Repräsentativität" bezüglich der Besetzung der Zellen des Multistratifikationstableaus optimiert, so daß sich für jedes Stundenintervall vorgabenproportionale Teilstichproben ergeben.
04
Infratest
Burke Rechtsforschung
Durch die letztlich nur noch aus den "harten" Verweigerern bestehenden Ausfälle und die optimale regionale Aussteuerung der Stichproben kann die abschließende Personengewichtung mit wesentlich glatteren Faktoren die Stichprobe an der Struktur der Wohnbevölkerung justieren, als dies mit den herkömmlichen Verfahren möglich ist.
4.2.2 Gewichtung
Nicht in allen
von den Interviewern angegangenen Haushalten kommt ein Interview zustande.
Diese Ausfälle können sich disproportional zur Grundgesamtheit verteilen und so
Verzerrungen der Stichprobe hervorrufen. Derartige Verzerrungen werden durch
aufeinanderfolgende Faktorengewichtungen ebenso ausgeglichen, wie die von der
Haushaltsgröße abhängende Auswahlchance für die Zielperson (sog.
Designgewichtung).
4.2.2.1 Gewichtung der Haushaltsstichprobe nach Bundesländern und
Gemeindetypen
Diese Stufe der
Gewichtung soll Abweichungen vom ursprünglichen haushaltsproportionalen Sample‑Ansatz
korrigieren. Bei CATI kann sie entfallen, weil bereits die beschriebene
Stichprobensteuerung des ITMS zu vollständiger Proportionalität führt.
4.2.2.2 Haushalts‑ und
Personenstichprobe (Umwandlung)
Das beschriebene
Auswahlverfahren führt zu einer haushaltsrepräsentativen Stichprobe, wobei
jeder Haushalt die gleiche Chance hat, in die Auswahl zu kommen.
In jedem der
ausgewählten Haushalte wird durch ein zufälliges, gleiche Auswahlchancen
innerhalb eines Haushalts produzierendes Verfahren nur eine Person als
Zielperson ausgewählt, unabhängig davon, wie viele zur Grundgesamtheit
05
Infratest Burke Rechtsforschung
gehörende
Personen in dem betreffenden Haushalt leben. Die Chancen für die in
Privathaushalten lebenden Personen der Grundgesamtheit, als Befragungsperson der
Stichprobe ausgewählt zu werden, sind demnach umgekehrt proportional zur Zahl
der zur Grundgesamtheit gehörenden Personen in ihren Haushalten.
Um eine
repräsentative Personenstichprobe zu erhalten, wird die erstellte Stichprobe
mathematisch im nachhinein so umgeformt, daß jede Person der Grundgesamtheit
stichprobentheoretisch die gleiche Auswahlchance erhält.
4.2.2.3 Gewichtung
der Personenstichprobe nach Bundesländern, Altersgruppen und Geschlecht
Die
Gesamtstichprobe wird anschließend an die aus der amtlichen Statistik bekannten
Sollstrukturen der genannten Merkmale angepasst. Als Datenbasis dient die
Bevölkerungsfortschreibung.
4.2.3 Fazit
Sowohl bei der
Stichprobenanlage (Schichtung a priori) als auch bei der Gewichtung (Schichtung
a posteriori) wird die Stichprobe nach der Verteilung der Privathaushalte bzw.
den soziodemographischen Strukturen der deutschen Wohnbevölkerung und nicht
nach den Telefonhaushalten bzw. der deutschen "Telefonbevölkerung"
ausgerichtet. Der Anteil der Telefonhaushalte an den Privathaushalten liegt
gegenwärtig bei 96 % im Westen und erreicht durch die spezielle
Stichprobengestaltung über 95 % im Osten. Merkmalsunterschiede zwischen
Telefonhaushalten und Privathaushalten sind deshalb ohnehin klein und können
nach dem vorgestellten Stichproben‑ und Gewichtungsverfahren praktisch
vernachlässigt werden.
06
Infratest Burke Rechtsforschung
4.3. Ausschöpfung der Stichprobe
1 Bruttoansatz 4731 100,0%
2.1 Ansage der Telekom / Falsche Telefonnummer 32,4%
2.2 Fax / Modern 2,5%
2.3 Doppeladresse 0,2%
2.4 Kein Privathaushalt 2,8%
2.5 Falsche Regionalzelle ‑
2.6 Keine Person im Haushalt spricht deutsch 0,7%
2.7 Maximale Kontaktzahl (10) erreicht 1,6%
2 Neutrale
Ausfälle gesamt 1895 40,1%
5 Verbleibende
Adressen 2836 100,0%
6.1 Teilnehmer nimmt nicht ab 4,2%
6.2 Anschluß besetzt ‑
6.3 Privater Anrufbeantworter 0,5%
6.4 Keine Auskunftsperson erreichbar ‑
6.5 Auskunft über Zielperson verweigert 12,7%
6.6 ZP nicht erreicht, kein Termin möglich 4,9%
6.7 ZP verweigert Interview 5,3%
6.8 ZP krank, mit Interview überfordert 1,3%
6.9 Interview‑Abbruch 0,6%
6 Systematische
Ausfälle gesamt 834 29,4%
7 Durchgeführte Interviews 2002 70,6%
davon: Kontakte 0
Vollinterviews 2002
Nettoansatz 2000
QS/QM vdH
23.03.2001
